5+1 = 51 | und wieder ein Jahr älter…
Hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet…
51 Jahre
Heute bin ich wieder offiziell und amtlich ein Jahr älter.
Ich weiß nicht, wo all die Jahre, Wochen, Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden geblieben sind. Die Zeit rinnt. Die Zeit fliegt dahin. Unaufhaltsam.
Ein Blick auf den Kalender genügt. Eine Geburtstagstorte ist nicht notwendig. Es passen ohnehin nicht so viele Kerzen auf die Torte. Das Wachs würde in Strömen über die Tortenglasur wie Lava hinabfließen und die Torte ungenießbar machen.
Außerdem sollte ich in meinem Alter schon längst gelernt haben, nicht so viel Süßes zu essen, um auf meine Gesundheit und meine Linie zu achten, auch wenn letzteres niemanden außer mich interessiert.
Geburtstag
Ich habe meinem Geburtstag nie viel Bedeutung zugemessen. Bereits als Kind nicht. Dies ist selbsterklärend, fällt doch mein Geburtstag, der 29. Juni, seit jeher regelmäßig mit dem Ende des Schuljahres zusammen.
Wir Schulkinder wurden in die langen Sommerferien entlassen und sahen einander meist erst im Herbst zu Beginn des neuen Schuljahres wieder. Viele Kinder wurden bereits unmittelbar nach der Zeugnisverteilung am Schultor abgeholt, um mit Sack und Pack wie Hunderttausend andere gegen Süden an die Badestrände der oberen Adria oder sonst wo hin zu fahren.
Abgesehen davon, dass viele meiner potenziellen Festgäste verreist gewesen wären, war unsere Wohnung dermaßen klein, dass Kindergeburtstagsfeiern mit Ach und Krach vielleicht noch veranstaltet hätten werden können, aber sicher am Willen unserer Nachbarn gescheitert wären.
Öffentliche Grünflächen wie der Augarten waren noch nicht von uns Bürgern/innen zurückgeholt.
Das Betreten des Rasens und das heitere Spielen und Herumtollen von Kindern wurden als unerträglicher Lärm empfunden und verboten. Die älteren Damen und mitunter auch ein paar Herren wollten auf ihren Parkbänken oder beim Gassi gehen mit ihren Hunden nicht gestört werden.
Wir Kinder hatten brav zu sein, das heißt, dass wir uns still zu verhalten hatten, um niemanden zu stören. Und ich sage jetzt nicht, was wir damals alles zu hören bekamen, was wir geheißen und wie wir beschimpft worden sind. Es war eine andere Zeit. Das Vokabular war anders. Das Verständnis für die jüngere Generation war enden wollend, wobei sich dies seit Jahrtausenden von Generation zu Generation regelmäßig zu wiederholen scheint (Horaz 65 – 8 vor Chr., ars poetica).
Wie auch immer, es freut mich, heute – Jahrzehnte später – Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf den Grünflächen der Bundesgärten zu sehen, wie sie dort Zeit verbringen und auch mitunter Kindergeburtstage feiern. Die Zeiten ändern sich. Schön.
Geburtstagsgeschenk?
Das schönste Geburtstagsgeschenk ist und bleibt für mich, dass mir einige Menschen, die mir etwas bedeuten, ein Quäntchen ihrer Zeit schenken.
Zeit, die sie sich nehmen, an mich zu denken.
Zeit, die sie sich nehmen, um mir zu gratulieren.
Zeit, die sie sich nehmen, um Zeit mit mir gemeinsam zu verbringen.
Denn frei nach Guy de Maupassant sind es die Begegnungen mit Menschen, die das Leben so lebenswert machen.
Ich möchte de Maupassant aber ein wenig erweitert wissen, obwohl dies keine Freude bereitet und an sich entbehrlich wäre:
Es machen auch die Begegnungen mit jenen Menschen das Leben lebenswert, die einem nicht oder nur scheinheilig zum Geburtstag gratulieren, weil es sich gehört und weil sie vor anderen nicht schlecht dastehen wollen.
Auch dies gehört zum Leben – zum Menschsein – dazu.
Aber dies ist eine andere Geschichte.
Ihr
fahmy.blog
P.S. Lieber Georg, ich wünsche Dir heute alles Gute zum Geburtstag!
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DerSitznachbar
29/06/2024 @ 22:39
Hm…. Als ebenfalls Kind des Sommers: Hätte man durchaus machen können eine Party im Augarten am Bankerl. Ich glaub es ist gescheitert an WhatsApp Gruppen die es nolens volens ned gab und dass halt die Prioritäten andere waren. Kann mich noch gut erinnern dass ich in Eure Kabane im Bundesbad Alte Donau eingeladen wurde aber meine Schwimmkünste zu riskant eingestuft wurde für den Karpfenteich
fahmy.blog
30/06/2024 @ 20:21
Ja, ich war viele Jahre später einen Nachmittag im Strandbad Alte Donau – die Kabine für Dauergäste haben wir nicht mehr.
Einiges ist gleich geblieben, vieles hat sich offensichtlich über die Jahre im Strandbad Alte Donau verbessert.
Meine Schwimmkünste haben sich leider nicht weiterentwickelt, sondern sind verkümmert.
Ich komme derzeit über den Frühschwimmer-Status sicher nicht hinaus und schiele auf Deinen Rettungsschwimmer-Ausweis.
Gott sei Dank hatten wir damals weder Handys noch WhatsApp und Social Media.
Sabine
30/06/2024 @ 2:56
Unglaublich, was? Wir sind ungefähr gleich alt, ich weiß auch nicht, wo die Zeit geblieben ist!
Trotzdem herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! 💐
fahmy.blog
30/06/2024 @ 20:25
Ja, die Zeit läuft dahin, ohne dass wir andere einholen können noch von anderen überholt werden können.
Vielen besten Dank für die Wünsche und
viele liebe Grüße aus Wien!